es war einmal an einem verschneiten wintertag im pulverschnee,
da fassten zwei kinder den plan einen schneemann zu bauen am see.
sie hatten alles dabei, kleine kohlestücke, eine karotte für die nase,
einen schal,
ein hut der noch vom fasching übrig, nur das suchen nach ästen war
eine qual,
denn der schnee war so hoch, dass die kinder lange suchen mussten
bis sie etwas passendes fanden
sie fingen an mit einer kleinen schneekugel die immer grösser wurde,
bald waren drei kugeln vorhanden.
daraus wurde ein schneemann geformt und die mitgebrachten dinge
wurden alle richtig angebracht,
die kinder betrachteten den schneeman ganz genau, ob er stabil genug
war und nicht gleich zusammenkracht
und der schneemann stand ganz stolz da mit dem schal um den hals
und auf dem kopf der melonenhut
er hatte sogar arme und hände, augen und eine nase und die schwarzen
kohlestücke waren aus heisser glut.
die kohlestücke waren erkaltet, aus ihnen wurden augen und knöpfe.
die kinder waren zufrieden mit ihrem werk und schüttelten die köpfe,
um ihrer freude ausdruck zu verleihen, dann wurde es dunkel und sie
mussten nach hause gehen.
zurück blieb der schneemann und da er nah am see stand, konnte er
sein spiegelbild darin sehen.
eine kleine elfe erweckte diesen besonderen schneemann zum leben,
und schenkte ihm ein gehör,
er konnte zwar nicht von der stelle ohne beine, aber er konnte denken,
sehen, fühlen und mehr.
er erfreute sich an seinem leben, über die tiere auf dem see, vorallem
am mond der war in dieser nacht blutrot.
ihm war nicht bewusst, dass sein leben nur von kurzer dauer sein würde,
denn wärme wäre über kurz, oder lang sein tod.
er hatte ein paar schöne tage, die kinder bestaunten ihn und brachten ihm
essen mit,
des nachts durfte er wieder lebendig werden, hören, sehen und reden,
mit all den tieren die sich um ihn scharten,
er wurde um rat gefragt und war glücklich über sein dasein, die tiere
erzählten ihm von einem blumengarten,
da wurde er traurig, denn die tiere erzählten ihm nun auch, dass er nur
in der kälte existieren kann
und die blumen wachsen nur bei wärme und regen und er müsse sterben,
wenn die schmelze fängt an.
die zeit verlief wie im fluge, und es wurden dann noch drei wochen, oder
auch 21 tage, oder auch 504 stunden,
dann war die schöne zeit vorbei, das wetter wurde immer wärmer nur die
hunde drehten noch im matsch ihre runden.
am ersten tag schmolz sein bauch zusammen, am zweiten tag dann die
kugel mit den kohlestücken,
noch war sein kopf vorhanden und so konnte er noch sehen, hören und
denken mit gedächtnislücken,
denn der kopf fing langsam an sich aufzulösen, es fing an zu jucken, aber
er hatte keine arme mehr zum kratzen,
dicke tautropfen rannen dem schneemann über sein gesicht, denn nur noch
der kopf war vorhanden,
alles andere war schon als wasser in den boden geflossen, sein letzter wunsch,
bevor er kam abhanden,
war ein name, er hätte doch so gerne noch einen namen bekommen, damit etwas
von ihm bleibt, etwas überlebt.
unser schneemann hatte glück, bevor der rest von ihm in den boden sickerte und
die wurzeln der pflanzen belebt,
riefen einige kinder ganz traurig in die stille hinein:"ach lieber toni schneemann,
lass uns nicht im stich,"
"wir versprechen dir hoch und heilig, dass wir dich im nächsten jahr neu erschaffen,
und auch eine frau für dich."
mit dem wissen, dass er toni heisst und nicht vergessen wird, liess er den letzten
tropfen von der sonne aufsaugen
dann war nichts mehr übrig von toni schneemann, ausser die karotte, der hut und
die kohlestücken von seinen augen.
und wenn im nächsten jahr genug schnee vom himmel fällt und auch liegenbleibt
bei ausreichender kälte und man muss bibbern,
dann bauen die kinder einen neuen toni und auch eine frau für ihn, dann muss er
bei wärme nicht mehr alleine im boden versickern.

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