Donnerstag, 22. Dezember 2022

der kleine Geist Fridolin und seine Gespensterfamilie

 







am rande der zeit in der zwischenwelt der geister und gespenster existierte

fridolin, ein kleiner geist,

er wohnte dort zufrieden mit seiner familie in einem alten schloss und

war lieb, aber auch dreist.

diese zwischenwelt, zwischen lebenden und toten, genannt geisterwelt, funktioniert 

wie ein wartezimmer für die neugeister,

dort verbringt jeder neue geist seine zeit bis er genug tickets verdient hat um ins

totenreich überzuwechseln, zum totenmeister,

der ist der sogenannte totenweltpräsident und wacht über all die toten seelen

die zu ihm überwechseln bis der jüngste tag da ist

und gott richtet dann über die lebenden und die toten, je nach taten landen 

manche im himmel und manche in der hölle, das ist gewiss.

unsere gespensterfamilie wurde bei einem hausbrand getötet und existierte 

seitdem in dieser geisterwelt und sammelt nun tickets.

zur familie gehören die hausfledermaus frenchy, mama frieda, papa fritz, sohn   

fritzchen, sohn freddy, sohn fridolin, tochter franziska und onkel frank.

sie hatten das glück, dass dieses schloss gerade frei geworden war und die 

vorherigen geister genug tickets hatten zum übergang,

diese tickets bekommt man für das erfolgreiche erschrecken der lebenden  

menschen die in dem schloss wohnten, ohne zwang.

dem onkel gehört übrigens die in der geisterwelt sehr beliebte "geister zeitung",

alle helfen bei den eilmeldungen mit, keiner steht auf der langen leitung

leider ist es nicht mehr so einfach in der modernen zeit noch jemandem

angst einzujagen, keiner der lebenden fürchtet sich mehr,

sie gruseln sich vor den horrorfilmen die im fernsehen laufen eher sehr.

die menschen versuchen geisterscheinungen  mit natürlichen ursachen zu 

erklären und glauben nicht an einen spuk.

der armen gespensterfamilie blieb nichts anderes übrig als sich zu zeigen,

nur das konnte noch wirken ohne lug und trug.

so verging die zeit wie im fluge, leider ohne erfolg, kein einziges ticket hatte

unsere familie erhalten,

dann zogen neue besitzer in das schöne schloss, ein kinderheim und die kinder

konnten ihre zimmer selbst gestalten.

endlich bekamen unsere gespenster die chance erfiolgreich spuken zu können mit

allem drum und dran,

mit glockengeläut, mit gewimmer und schrecklichen schreien, mit eisenketten

und ohne kopf dann und wann.

die kinder waren recht leicht zu erschrecken und bald hatte die gespensterfamilie

ihre ticktets zusammen,

sie hatten sich allerdings so an die kinder gewöhnt, dass sie nicht gehen wollten

so sassen sie alle beisammen 

und berieten sich auch mit den kindern und kamen zu dem entgültigen 

schluss,

dass sie sich alle ruhe verdient hätten, die kinder und die familie, zu leben ohne

verdruss.

sie verabschiedeten sich von den kindern unter tränen, dann gingen sie zum

transitbus und warteten auf die reise ins totenreich,

die gespensterfamilie gab ihre tickets ab und so kamen sie zu all den anderen

geistern und wurden vor glück und freude ganz bleich.

dort hatten sie ein eigenes haus mit garten, sie sahen endlich alle ihre bekannten 

und verwandten wieder,

sie hatten nie wieder kummer, oder schmerzen, wurden nie älter und sangen vor 

freude jeden tag lieder.                                                                                     

auch die kinder im heim konnten nun nachts wieder ruhig schlafen und wurden

nie wieder von geistergeheul geweckt,

nur manchmal noch spielten sich die kinder gegenseitig einen streich und haben

sich des nachts mit kettenrasseln erschreckt.

die gespensterfamilie war äusserst zufrieden, sie vergassen mit der zeit ihre 

vergangenheit als lebende wesen,

sie brauchten diese erinnerungen auch nicht mehr zum glücklichsein, sie existieren

so lange wie wir solche gedichte lesen.









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