am rande der zeit in der zwischenwelt der geister und gespenster existierte
fridolin, ein kleiner geist,
er wohnte dort zufrieden mit seiner familie in einem alten schloss und
war lieb, aber auch dreist.
diese zwischenwelt, zwischen lebenden und toten, genannt geisterwelt, funktioniert
wie ein wartezimmer für die neugeister,
dort verbringt jeder neue geist seine zeit bis er genug tickets verdient hat um ins
totenreich überzuwechseln, zum totenmeister,
der ist der sogenannte totenweltpräsident und wacht über all die toten seelen
die zu ihm überwechseln bis der jüngste tag da ist
und gott richtet dann über die lebenden und die toten, je nach taten landen
manche im himmel und manche in der hölle, das ist gewiss.
unsere gespensterfamilie wurde bei einem hausbrand getötet und existierte
seitdem in dieser geisterwelt und sammelt nun tickets.
zur familie gehören die hausfledermaus frenchy, mama frieda, papa fritz, sohn
fritzchen, sohn freddy, sohn fridolin, tochter franziska und onkel frank.
sie hatten das glück, dass dieses schloss gerade frei geworden war und die
vorherigen geister genug tickets hatten zum übergang,
diese tickets bekommt man für das erfolgreiche erschrecken der lebenden
menschen die in dem schloss wohnten, ohne zwang.
dem onkel gehört übrigens die in der geisterwelt sehr beliebte "geister zeitung",
alle helfen bei den eilmeldungen mit, keiner steht auf der langen leitung
leider ist es nicht mehr so einfach in der modernen zeit noch jemandem
angst einzujagen, keiner der lebenden fürchtet sich mehr,
sie gruseln sich vor den horrorfilmen die im fernsehen laufen eher sehr.
die menschen versuchen geisterscheinungen mit natürlichen ursachen zu
erklären und glauben nicht an einen spuk.
der armen gespensterfamilie blieb nichts anderes übrig als sich zu zeigen,
nur das konnte noch wirken ohne lug und trug.
so verging die zeit wie im fluge, leider ohne erfolg, kein einziges ticket hatte
unsere familie erhalten,
dann zogen neue besitzer in das schöne schloss, ein kinderheim und die kinder
konnten ihre zimmer selbst gestalten.
endlich bekamen unsere gespenster die chance erfiolgreich spuken zu können mit
allem drum und dran,
mit glockengeläut, mit gewimmer und schrecklichen schreien, mit eisenketten
und ohne kopf dann und wann.
die kinder waren recht leicht zu erschrecken und bald hatte die gespensterfamilie
ihre ticktets zusammen,
sie hatten sich allerdings so an die kinder gewöhnt, dass sie nicht gehen wollten
so sassen sie alle beisammen
und berieten sich auch mit den kindern und kamen zu dem entgültigen
schluss,
dass sie sich alle ruhe verdient hätten, die kinder und die familie, zu leben ohne
verdruss.
sie verabschiedeten sich von den kindern unter tränen, dann gingen sie zum
transitbus und warteten auf die reise ins totenreich,
die gespensterfamilie gab ihre tickets ab und so kamen sie zu all den anderen
geistern und wurden vor glück und freude ganz bleich.
dort hatten sie ein eigenes haus mit garten, sie sahen endlich alle ihre bekannten
und verwandten wieder,
sie hatten nie wieder kummer, oder schmerzen, wurden nie älter und sangen vor
freude jeden tag lieder.
auch die kinder im heim konnten nun nachts wieder ruhig schlafen und wurden
nie wieder von geistergeheul geweckt,
nur manchmal noch spielten sich die kinder gegenseitig einen streich und haben
sich des nachts mit kettenrasseln erschreckt.
die gespensterfamilie war äusserst zufrieden, sie vergassen mit der zeit ihre
vergangenheit als lebende wesen,
sie brauchten diese erinnerungen auch nicht mehr zum glücklichsein, sie existieren
so lange wie wir solche gedichte lesen.

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