Dienstag, 2. Juni 2026

Einsame Hoffnungslosigkeit, oder Willkommen am Eingang zur Hölle

 






Es gab mal Zeiten, vor vielen, vielen  Jahren, als ich noch an das Gute geglaubt habe, aber ich

bin kein Hiob, der alles verloren hat und dennoch daran glaubte, daß Gott ihn liebt.

Ich war immer stark, habe immer meine Hoffnung gehabt, meinen Glauben und die kleinen

Freuden des Alltags, wie einkaufen gehen, shoppen, essen gehen, Kino, zu Robert nach

Hannover zu fahren etc. Dann wurde mir alles genommen, Stück für Stück. Zuerst wurde

mir Arena genommen, dann mein Vater, dann meine Mutter, davor aber schon mein toller

Arbeitsplatz wegen Sparmaßnahmen im öffentlichen Dienst, dann verlor ich meine

Wohnung und zog zu meiner Mutter, die zu dem Zeitpunkt noch lebte und  es ihr ganz

gut ging, dnnn verlor ich mein Auto weil ich kein Geld mehr für die Versicherung usw hatte.

Dann verlor ich meine Gesundheit und hatte viele Krankheiten und ständige Schmerzen. 

Zu allem Überfluß bekam ich Polyneuropathie, bekam taube Hände und Füsse und

wurde dann noch mit massiven Gleichgewichtsstörungen beglückt, die es mir unmöglich

machten nach draussen zu gehen, denn ich wohne im 4. Stock ohne Fahrstuhl. Dann verlor

ich durch eine Infektion 90% meines Geruchs- und  Geschmacksinnes.und dann habe ich die 

 Einsicht und Hilfsbereitschaft meiner Kinder und meiner Enkeltochter verloren.

Danny hat mit seinem Hund zu tun, Vanessa mit ihrem Freund und Lea

ist die einzige die mir mal hilft, aber die ist noch so jung und hat andere Interessen, als

ihre alte Oma zu pflegen. Fortan war und bin ich eine Gefangene in meiner eigenen Wohnung.

Da verlor ich auch meinen Humor und war nicht mehr in der Lage solche schönen und

teils humorvollen Gedichte und Geschichten zu schreiben, denn meine Gedanken und

Gefühle waren viel zu traurig und zu dunkel um Lustiges zu Papier zu bringen. Nun verlor

ich auch noch meine Ruhe und Geduld mit meiner Freundin, die so oft ungerecht zu mir

ist und mir immer vorschreiben will, daß nur sie die richtigen Entscheidungen trifft, aber

heute war sie mir eindeutig zu heftig und hat mich als Nervensäge hingestellt die für nichts

mehr nützlich ist, ich habe nichts dazu gesagt, aber ich werde meine Konsequenzen daraus

ziehen, dann lieber keine Freundin, als so eine Furie, die immer nur was zu sülzen hat.

Dann verlor ich das Vertrauen in die Menschen und so lange mir das noch irgendwie

möglich ist möchte ich keine fremden Leute, die mich pflegen, in meiner Wohnung,

in meinem Leben. Dann verlor ich die Freude an allem, dann den Glauben an Gott

und seine angeblich so große Liebe für uns, nun bekomme ich auch noch die Nachricht,

daß meine Freundin im Urlaub auf Kreta  schwer krank geworden ist, ins Krankenhaus

in Heraklion gebracht wurde, auf der Intensivstation liegt und mit dem Tode ringt, leider

weiß bisher keiner was sie hat. Als letztes bekam ich den Todesstoß, der mir den Willen

zum weiterleben nahm, obwohl ich trotzdem weiterlebe, einfach mal so stirbt man ja

nicht, aber nur noch eine leere Hülle die funktionieren muß. Robert hat mir alle 

Privilegien nach und nach genommen die ich mal als seine Freundin hatte. Ich kann

mit vielem leben, ich kann vieles ertragen, aber die Liebe des Mannes immer mehr

zu verlieren, das hat mich endgültig gebrochen und mich in den Abgrund gestürzt.

Seit fast 19 Jahren ist er die Liebe meines Lebens, nun habe ich nichts mehr was sich

zu leben lohnt. Ich habe meine Würde, meinen Stolz und mein Selbstbußtsein verloren

mir ist nichts geblieben ausser meine Feigheit, sonst hätte ich längst mein Leben beendet.

Nun sitze ich alleine hier in meiner Wohnung, in meinem Zimmer, am Eingang zur Hölle 

und warte auf den Tod, aber selbst der will mich noch nicht haben......





Einsame Hoffnungslosigkeit, oder Willkommen am Eingang zur Hölle

  Es gab mal Zeiten, vor vielen, vielen  Jahren, als ich noch an das Gute geglaubt habe, aber ich bin kein Hiob, der alles verloren hat und ...