Mittwoch, 12. August 2009

der Spiegel


es war einmal ein eitler igel,
der liebte nur sich und seinen spiegel,
in den schaute er fast die ganze zeit,
er fand, er war der schönste igel weit und breit.
doch eines tages, da passierte es, er war entsetzt,
eine igelfrau wurde ihm vor die nase gesetzt,
die war noch selbstverliebter als der igelmann
und schaute sich die ganze zeit nur im spiegel an,
herr igel wurde nicht mehr vor sein liebstes spielzeug gelassen,
frau igel konnte doch die gelegenheit nicht verpassen,
ihre stachel zu stylen, ihre nägel zu lackieren,
herr igel wurd nervös, er schlich gramgebeugt auf allen vieren.
was sollte er tun, der spiegel war doch *sein* eigentum,
wie kriegte er die eitle dame da weg ohne ihr zu weh zu tun.
da kam ihm die idee, das spiegelbild schlecht zu reden, 
doch sie hörte nicht drauf, konnte ohne diesen spiegel nicht leben.
der igel wollte diesen spiegel verkaufen an einen mann mit spitzbubengesicht,
sie lachte nur über seine bemühungen, denn sie fruchteten nicht.
er war verletzt und furchtbar sauer,
sie lachte immer noch, doch er liess sich nichts anmerken, er war ein ganz schlauer.
des nachts als frau igel im schlaf war versunken,
da hatte sich herr igel ganz heimlich mut angetrunken,
er ging hin zum spiegel, schaute noch einmal hinein,
dann nahm er nen hammer und schlug den spiegel kurz und klein,
es waren nur übrig etliche kleine splitter,
die wurden weggespült von einem nächtlichen gewitter.
am morgen als frau igel erwachte und kein spiegel ward da, kein spiegel, so glatt und so rund,
da dachte sie, dass das schicksal ihn verschwinden liess aus gutem grund,
denn ihr dämmert es, dass der spiegel kein ersatz für einen lebenden partner sein kann,
darum ging sie zum igel, bat um vergebung fürs lachen und sie wurden frau und mann.
denn auch herr igel hatte eingesehen, dass eitelkeit nicht sinnvoll ist,
denn nur die liebe ist es wert, dass man die welt um sich herum vergisst









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