Montag, 4. März 2024

Meine Oberschulzeit von 1971 - 1975


                                                                      



                                                                                                                                                                                                                                                         



                              

                                               
                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                               
Die Schulzeit war die schönste Zeit
manchmal Angst um Zensuren, aber man war ja lernbereit.
Jeden Morgen pünktlich um halb acht
waren die ersten schon da, es war doch noch halbe Nacht.
Ich gehörte zu diesen Leuten dazu,
wir machten noch vorm Unterricht einige Hausaufgaben im Nu,
man konnte dann gut abschreiben bei den fleißigen Schülern,
nicht abschreiben ließen uns diejenigen, die sich bei den Lehrern 
anbiedern
Die meisten Lehrer kamen leider pünktlich zum Unterricht,
doch so mancher mit Unpünktlichkeit besticht.
Ich war in der Klasse C von 1971 - 1975 in der Realschule,
mein Lieblingsfach war englisch bei Fr. Kuhle,
Musik bei Herr Brose, Sport bei dem taffen Frl. Voigt,
da gab es dann noch den schönen Herr Corleisen, er war 
zuständig für Physik, nicht für die Vogue.
damals hat man noch unverheiratete Damen mit Fräulein
angesprochen,
Meistens haben Heike und mich vorm sportunterricht die
Unlust gestochen,
wir haben einfach diese Stunden geschwänzt und lieber Suppe
getrunken am Automaten,
dieser neue Getränkespender war unser highlight des Tages,
eklig schmeckte nur die Suppe mit Tomaten.
Religion unterrichtete uns das moderne Frl. Heesch, sie war
sehr verständnisvoll und weltoffen,
sie heiratete irgendwann dann einen Afrikaner, so mancher 
chancenlose Mann wirkte betroffen.
Erdkunde gab es bei dem strengen Rektor Herr Linke,
alle gehorchten, denn man wußte, sonst gab es Ärger und
dann winke, winke.
Für unsere Klassenlehrerin Fr. Zimmer waren wir ihre
erste eigene Klasse,
sie machte bei uns ihr Staatsexamen, bestand es und dann
klingelte ihre Haushaltskasse.
Sie unterrichtete Deutsch und Biologie, war schüchtern
und wurde schnell rot,
beim Sexualkundeunterricht  bekam man oft das Gefühl
sie wäre lieber tot.
der Musikunterricht bei Herr Brose wurde erst richtig
interessant,
als uns, heike, petra wreh, martina und mich die Liebe zu Herr
Brose verband.
Den einzigen Tadel den ich je bekam, den verdankte ich Heike,
die wieder mit mir stritt,
leider war es Pause und wir lungerten in den Gängen, das war 
verboten, welch Unglück,
denn mich schnappte die Aufsicht Herr Kurth, der schimpfte und
ich pöbelte zurück.
logisch, daß dies einen Tadel nach sich zog,
bei mehreren Verstößen man von der Schule flog.
Die einzige Klassenfahrt die wir machten in der Klasse acht,
war nach Berg Neustadt, aufregend war die erste Nacht,
wir spielten uns Streiche, den Lehrern auch,
die Lehrer ärgerten sich, aber wir hielten uns vor lachen den Bauch.
es waren dabei bei der Klassenfahrt Herr Stache, Fr. Klinger, 
Herr Brose und Fr. Zimmer,
wir waren die Klassen 9b und 9c, die Streiche wurden immer
schlimmer,
aber nie so, dass jemand zu Schaden käme,
also bitte keine Schadenfreude und keine Häme.
Es gab auch ein Grillfest wo jeder zulangte bei Würstchen vom Grill,
dann gab es einen Sportwettbewerb, jeder konnte sich aussuchen
bei was er mitmachen will.
Die Jungs hatten übrigens ihren, Nachts abgeschlossenen Bereich,
im 2. Stock,
wir Mädchen hatten den 1. Stock, der wurde auch Nachts zugesperrt,
welch Schock.
Am 2. Abend sassen wir alle auf der Treppe zum 2. Stock und
sangen, Herr Brose spielte Gitarre mit tollem Klang,
das Lied "Lady in Black" von Uriah Heep, wir waren begeistert
von diesem Song und schwärmten davon noch wochenlang.
Dann ging ein Ausflug nach Köln/Bonn, einer ins Rothaargebirge, in
einen Naturpark.
der Proviant war genauso einfaltslos wie das Essen insgesamt im
Schullandheim, möge der Koch verrotten im Sarg.
noch schlimmer war das Trinken, es gab nur Hagebuttentee ohne
Zucker,
deshalb gingen wir regelmässig ins Dorf um Cola zu kaufen, wir
waren arme Schlucker,
ohne das Geld, was uns die Eltern nochmal zuschickten,
wären wir verloren gewesen, mitnichten.
Die Jahre vergingen viel zu schnell, im Nu waren wir in der 
zehnten Klasse, dann war Schluss mit lustig
danach war die Ausbildung das Ziel, wir bewarben uns und 
bekamen  entweder eine Absage, wie frustig,
oder eine Zusage für ein Bewerbungsgespräch samt Prüfung,
natürlich schriftlich.
ich war sehr aufgeregt, aber irgendwann wurde auch das
Normalität  und ich war sehr zuversichtlich.
Unsere Abschiedsfeier hatten wir einmal bei Fr. Zimmer und
ihrem Mann,
die hatten am Lietzensee eine tolle, goße Wohnung, wir sahen
uns die Aufnahmen von der Klassenfahrt an.
Die offizielle Abschiedsfeier fand in einem Raum in der
Kirche Wollankstr. statt,
wir haben Sekt getrunken und viel getanzt, auch mit dem
einen, oder anderem Lehrer, ganz hold
ich habe mit unserem Geschichtslehrer Herr Sobottke
getanzt nach dem Lied "Heart of Gold"
die Lehrer von damals sind schon lange auf Rente, oder tot,
genauso wie die Klassenkameraden, ich bin nicht in Not,
denn mir fallen noch alle Namen ein,
von den Lehrern und von den Schülerlein.
Ich träume immer noch ab und zu von meiner Oberschule
und den Kameraden,
ich werde sie nie vergessen, denn diese Zeit verfolgt mich
wie ein roter Faden.
Wenn auch die Schulzeit nicht ganz so lustig war wie in der
Feuerzangenbowle beschrieben,
wir hatten junge Lehrer und alte Lehrer, bei uns war alles
ausgewogen, nicht übertrieben.
Könnte ich wählen, ich würde wieder zur Schule gehen,
Spaß haben, die Zeit genießen, sich mehr Mühe geben,
aber leider ist meine ehemalige Realschule jetzt unter anderer
Nutzung, ich sage noch einmal goodbye der Schulzeit.
Ich denk mit Wehmut zurück, vergangen ist seitdem fast ein
ganzes Leben, irgendwann ist es dann soweit,
vielleicht sieht man sich dann wieder in der Ewigkeit
und wir verbringen nochmal Zeit im Schullandheim über den
Wolken, denn da beginnt die Unendlichkeit.     


                                                                                                                           







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