auf einer farm in tennessee, inmitten tausender pflanzen,
da gab es eine tomatenfamilie, die misstrauten dem ganzen.
sie hatten gehört, dass aus den früchten ketchup wird zum tomatenfest
in einem bottich wird ihnen der saft mit den füssen rausgepresst,
bis nur noch die trockene haut übrig ist,
dann würden sie in flaschen abgefüllt, so ein mist,
sie hofften sehr, dass man sie eines tages auf einem salat serviert.
ein salat mit frischem gemüse und so herrlich garniert,
sie wollten mit stolzgeschwellter brust von allen gesehen werden,
sie dachten sie wären etwas besonderes, saftig rot gewachsen aus der erden.
doch sie waren nur tomaten an einer pflanze von tausend anderen umgeben,
die alle gleich aussahen, rot und saftig, so lecker, zum wiederbeleben.
die tomatenkinder sagten zu ihren eltern, es ist doch besser, so glaubt uns das,
wenn wir gemeinsam in einer ketchupflasche landen und vorher in einem fass,
denn da sind wir zusammen und es bleibt auch so, wir werden nicht getrennt,
sondern konserviert und deponiert.
auf einem salat ist nur eine tomate, der rest der familie wird auf anderen salaten
zwar optisch ansprechend dekoriert,
aber jede tomate ist ganz alleine und landet mit fremdem gemüse in einem bauch,
kommt als fäkalien dann wieder raus und landet auf rieselfeldern, so ist es brauch.
die eltern waren erstaunt über den gedankengang der kinder, waren mächtig stolz,
die kindertomaten hatten ja recht, sie waren geschnitzt aus besonderem holz,
alle tomaten freuten sich auf das jährliche tomatenfest und jubelten lauthals
über das feld,
wir wollen alle ketchup werden, wir schmecken so lecker, verkauft uns auf der
ganzen welt.
gesagt, getan, die ganze welt liebt diesen ketchup sehr,
die kinder hatten recht mit ihren einfachen gedanken, hört her,
bei der lösung von problemen hilft nicht immer ein komplizierter gedankengang,
versucht doch mal nur einfach zu denken, das dauert auch nicht so lang.
nun ist das gedicht zu ende und die tomaten warten geduldig in der vorratskammer
auf ihren einsatz das essen als würze zu verfeinern, nie wieder gab es gejammer.

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